Als Landesverband arbeiten wir auf Bundes- und Landesebene in folgenden Fachausschüssen mit:

  • Besuchskommission nach § 24 Thüringer Gesetz zur Hilfe und Unterbringung psychisch Kranker (ThürPsychKG) und § 43 Thüringer Maßregelvollzugsgesetz (ThürMRVG) des Thüringer des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
  • Landespsychiatriebeirat
  • AG zur Umsetzung des Thüringer Psychiatrieberichtes
  • AG ThüringerGesundheitsziele Prozess 
             Depressionen
             Gerontopsychiatrie
  • Parität LV Neudietendorf
             Fachgruppe Psychiatrie                                                                                         
  •          Fachlicher Austausch des Thüringer LV der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe                 

 

Über die Arbeit der Vorstandsmitglieder in den Fachausschüssen des Landes Thüringen

 

Rosmarie Mädel, Vorstandsmitglied

 

Durch das Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Referat 45 wurde  Frau Rosmarie Mädel in die Besuchskommission für Thüringen  als Vertreterin unseres Landesverbandes berufen. Im  Laufe des Jahres wurden verschiedene Einrichtungen für Psychiatrie und Neurologie im Land Thüringen besucht, Gespräche mit den Verantwortlichen Leitern, Ärzten, Pflegepersonal und Patienten geführt. Neben der personellen Ausstattung wurden auch die baulichen Gegebenheiten in Augenschein genommen, Hinweise für Veränderungen gegeben sowie eine Kontrolle über die geforderten Veränderungen durchgeführt. Schwerpunkt der Arbeit der Besuchskommission ist jedoch die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen bei Zwangsmaßnahmen.

 

Warum gibt es eine  Besuchskommission und welche Aufgabe obliegen ihr?

 

Um den Grundgedanken erfassen zu können, möchte ich aus dem Grußwort

 

der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten Frau Helga Kühn-Mengel zitieren:

 

„Gesundheit bedeutet mehr als die Abwesenheit von körperlichen Schmerzen. Sie schließt geistiges und seelisches Wohlbefinden ein. Obwohl laut Experten fast jeder zweite Mensch in seinem Leben einmal von psychischen Störungen betroffen ist, werden geistige und seelische Krankheiten in der Öffentlichkeit nur selten offen zur Sprache gebracht. Handlungsbedarf ist angezeigt, denn auch die Gesundheitsreporte der Krankenkassen berichten in den letzten Jahren übereinstimmend von einer zunehmenden Zahl psychischer Erkrankungen.

 

Als Patientenbeauftragte der Bundesregierung ist mir die Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Versorgung psychisch Kranker ein besonderes Anliegen. Ich betone deshalb immer wieder, wie wichtig es ist, den Kenntnisstand in der Gesellschaft darüber zu verbessern, dass psychische Krankheiten heilbar, zumindest therapierbar sind. Psychisch Erkrankte müssen ebenso Berücksichtigung und Akzeptanz finden wie somatisch Erkrankte. Patienten, die psychiatrisch oder psychotherapeutisch behandelt werden, sind bei der Wahrnehmung ihrer Interessen und Rechte gegenüber Ärzten, Therapeuten und sonstigen Institutionen häufig eingeschränkt. Viele der Betroffenen von psychischen Erkrankungen befinden sich in einer schwierigen medizinischen und sozialen Situation. Auch das vielfältige und häufig unübersichtliche Angebot an Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten macht es gerade psychisch kranken Menschen und ihren Angehörigen schwer, die für sie geeignete Unterstützung zu beanspruchen. Aber auch diese Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch auf eine angemessene Aufklärung und Beratung durch den Arzt oder die Ärztin sowie eine sorgfältige und qualifizierte medizinische Behandlung.

 

Besonders wichtig sind Patientenberatungen und Beschwerdestellen, wenn es zu Konflikten mit Leistungserbringern oder auch Krankenkassen kommt. In solchen Situationen sind niedrigschwellige, kompetente und vor allem neutrale Beratungs-angebote unverzichtbar. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten der Information,

Unterstützung, Konfliktbereinigung und Schlichtung, die aus Sicht der Betroffenen und ihrer Angehörigen häufig zielführender und effizienter sind als etwa Beschreiten des Rechtswegs. “

 

Was ist eine Beschwerde und an wen kann ich mich wenden?

 

Ist der Leidensdruck zu groß oder

 

fühlt  sich jemand verletzt, benachteiligt oder ungerecht behandelt oder

 

äußert jemand ein starkes Missfallen an äußeren Bedingungen/Zustände oder Verhaltensweisen

 

Dann führen seine Probleme zu einer

Beschwerde.

Welche Beschwerdestellen gibt es?

Ministerien: Grundsätzlich für alle Missstände

Patientenbeauftragte: Grundsätzlich zuständig für die Wahrung der Patientenrechte in der BRD

Ärztekammer: Fehler von Ärzten in der Behandlung

Besuchskommission: kontrolliert selbstständig psychiatrische Kliniken oder andere psychiatrische Einrichtungen und befragt Patienten, Mitarbeiter oder Bewohner eigenständig. Sie ist in ihrem Auftreten unabhängig, durch die Regelung im Landespsychiatrieplan aber doch wiederum von der Landesregierung abhängig. Die Besuchskommissionen erstellen öffentlich zugängliche Berichte über ihre Tätigkeit.

Heimaufsicht: Kontrolliert alle Heime, Befugnisse sind im Heimgesetz (HeimG) geregelt.

Patientenfürsprecher: In der Regel ehrenamtlich tätig. In den meisten Bundesländern ist die Berufung von Patientenfürsprechern gesetzlich (Krankenhausgesetz oder PsychKG) geregelt. Sie sind Ansprechpartner für Patienten und meistens vermittelnd tätig. Sie prüfen Anregungen und Beschwerden der Patienten und vertreten auf Wunsch deren Anliegen gegenüber dem Krankenhaus. Sie halten Sprechstunden in vom Krankenhaus zur Verfügung gestellten oder auch außerhalb der Klinik gelegenen geeigneten Räumlichkeiten ab, auf die die Patienten aufmerksam gemacht werden. Patientenfürsprecher können sich im Auftrag des Patienten jederzeit unmittelbar an die Krankenhausleitung, den Krankenhausträger und die zuständigen Behörden wenden. Die Krankenhäuser sind verpflichtet, den Patientenfürsprechern freien Zugang zu allen Stationen zu gewähren.

Ombudsperson: ist in der Regel nicht speziell für die Psychiatrie zuständig, hat meistens dieselbe Funktion wie Patientenfürsprecher (vermittelnd).

Beschwerdestelle: Ist meist ein unabhängiges Gremium, das mit Vertretern von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und Mitarbeitern in der Psychiatrie besetzt ist. Informiert über Rechte, berät über Handlungsmöglichkeiten und vermittelt in Konflikten. Mitglieder der Beschwerdestelle arbeiten in der Regel ehrenamtlich.

Einrichtungsinternes Qualitätssicherungssystem: Ausschließlich für Vorgänge innerhalb der Einrichtung zuständig.

Heimbeirat: Wird nach Heimgesetz aus dem Kreis der Bewohner eines Heimes gewählt und ist für die Belange

der Bewohner zuständig.

Adressen:

 

Die Adressen der übergeordneten Beschwerdestellen können bei den Sozial- oder Gesundheitsministerien der jeweiligen Bundesländer und bei den Krankenkassen erfragt werden.

Im Land Thüringen gibt es keine zentrale Beschwerdestelle für psychisch kranke Menschen und deren Angehörige.

 

Nachstehend sind die Adressen der Patientenfürsprecher der einzelnen Gebiete aufgeführt.

 

Bad Salzungen   Patientenfürsprecher  36433 Bad Salzungen

 

Rudolstadt          Patientenfürsprecher Kreis Saalfeld-Rudolstadt

                                Rudolstadt 03672/823976, 03671/823658, 03671/823670

 

Mühlhausen        Patientenfürsprecher 99974 Mühlhausen

                               03601-8030

 

 

Stadtroda             Patientenfürsprecher Stadtroda

                                036428-560

 

Saalfeld               Patientenfürsprecher Saalfeld

                               03671-541750

 

Gera                      Patientenfürsprecher Gera 0365-8285151

      

 

Erfurt                     Patientenfürsprecher 99097 Erfurt

                               0361-6541401

 

Jena                      über die Psychiatriekoordination im Fachdienst Gesundheit  

                               03641 - 493177

 

 

 

Adresse der Besuchskommission  von Thüringen ist folgende

99096 Erfurt   Geschäftsstelle der Besuchskommission

Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Referat 45, Werner-Seelenbinder-Str. 6

Tel.: 0361/379 8671

 

 

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